FC Silschede

Abdullah „Apo“ Akbaba im Interview

Abdullah „Apo“ Akbaba im Interview zur aktuellen Situation und seinen Plänen in der kommenden Saison

Hi Apo, schön, dass wir Zeit für dieses Interview gefunden haben.
Zu aller erst: Wir geht es dir? Wie verbringst du die Zeit im Lockdown?

Apo: Dankeschön mir geht’s soweit ganz gut. Eine fußballfreie Zeit ist auch mal nicht schlecht, sollte aber nicht ewig so bleiben. Ich verbringe den Lockdown mit meinem neuen Hobby - der Aquaristik.

Du bist zwar schon seit fast zwei Jahren Trainer in Silschede, aber vielleicht kennen dich einige noch nicht so gut. Erzähl uns mal wer du bist, was du beruflich machst, seit wann du Trainer bist und wie deine Spielerkarriere aussah.

Apo: Ich bin 46 Jahre alt, habe drei Kinder und arbeite bei Dormakaba. Ich habe meine aktive Fußballzeit bei den Sportfreunden Schwelm begonnen, hab unter anderem bei Türkgücü Ennepetal, Türksef Schwelm, Gencler Hagen, SE Gevelsberg, SV Büttenberg und VfB Schwelm gespielt. Ich habe bei allen Vereinen (bis auf SE Gevelsberg) Meisterschaften und Aufstiege gefeiert. Meine höchste Spielklasse war die Landesliga. Trainer bin ich seit 16 Jahren unter anderem bei VfB Schwelm, SV Büttenberg, FSV Gevelsberg, TuS Ennepetal und jetzt FC Silschede. Im Seniorenbereich war die höchste Spielklasse als Trainer die Bezirksliga und im Juniorenbereich die Landesliga. Ich konnte auch als Trainer Aufstiege im Juniorenbereich beim FSV Gevelsberg und VFB Schwelm miterleben. Ich besitze seit 8 Jahren die Trainer B-Lizenz, die mir in meiner Trainerlaufbahn sehr weitergeholfen hat und Ich jedem ambitionierten Trainer nur weiterempfehlen kann.

Du hast unsere erste Herren Mannschaft im Sommer 2019 spontan übernommen, nachdem der ursprüngliche Trainer kurzfristig wieder abgesprungen ist. Was hat dich damals überzeugt nach Silschede zu kommen?

Apo: Ich hatte mir ursprünglich eine Auszeit genommen, doch als mich dann mein Arbeitskollege Daniel Utech (ehemaliger Silschede- Trainer), angesprochen hat, ob ich Interesse habe, hat mich das ehrlich gesagt auch gereizt wieder als Trainer zu arbeiten, weil ich einfach fußballverrückt bin. Ich hatte gute Gespräche mit dem Verein und der FC Silschede genießt im Kreis einen guten Ruf als solider, bodenständiger und lebendiger Verein. Und so habe ich dann meine Auszeit für beendet erklärt um mich diesem interessanten Projekt anzuschließen.

Deine erste Saison in Silschede wurde dann im März und November durch die Corona Pandemie unterbrochen. Wie schwer war und ist die Situation für dich und wie gehst du damit um?
Apo: Natürlich ist es schwer für jeden von uns mit dieser Situation umzugehen, weil zum einen der soziale Kontakt fehlt und zum anderen jeder den Sport, seine Teamkollegen und Freunde vermisst. Dennoch bleibe Ich optimistisch, dass es bald weitergeht und wir zumindest die Hinrunde zu Ende spielen können.

Hast du im Sommer daran geglaubt, dass wir die Saison einigermaßen durchspielen können oder hast du bereits erahnt, dass es wieder eine Unterbrechung geben wird?

Apo: Meine Vermutung war, dass es gegen Winter, wo ohnehin schon viele Menschen erkranken, eine Unterbrechung geben könnte. Dass es jetzt so lange dauert, damit habe ich nicht gerechnet.

Momentan gibt es viele Diskussionen darüber, ob und wie die Saison fortgesetzt werden könnte. Wie gehst du momentan mit der Unsicherheit um und was wünscht du dir von der Politik und Sportverbänden?

Apo: Ich hoffe, dass es ab dem 1. April wieder weitergehen kann, ob es tatsächlich der Fall sein wird, werden wir dann in den nächsten Wochen sehen. Mir persönlich fehlt die Planungssicherheit, da keiner weiß wann und ob es überhaupt weitergehen kann. Ich wünsche mir, dass jeder so schnell wie es die Politik und die Verfügbarkeit erlaubt, geimpft wird, damit wir zurück in unser Leben kommen und auch wieder ohne Unterbrechung Fußball spielen können.

Schauen wir mal auf die Situation deiner Mannschaft beim FC Silschede. Es gab letzte Saison einige Veränderungen im Kader – erfahrene Spieler gingen vom Board und neue, junge Spieler sind zum Team gestoßen. Wie haben sich die Jungs gemacht und welches Potential siehst du in ihnen?

Apo: Als ich 2019 nach Silschede kam, gab es einige Gruppenbildungen. Wir hatten viele erfahrene Spieler, die sich mit dem Verein jedoch nicht 100%- tig identifiziert und die Leistung auf dem Platz nicht gebracht haben. Wir mussten einen klaren Schnitt bzw. einen Neuaufbau anstreben. Da ich von meinen alten Trainerstationen sehr viele junge Spieler kenne, konnten wir Sie zusammen mit Marco Scharloh (sportlicher Leiter) überzeugen sich uns anzuschließen. Dazu kamen noch die A- Jugend Spieler aus unseren eigenen Reihen. Das hat uns zur Mannschaft mit dem jüngsten Kader der Liga gemacht. Wir haben 14 Spieler die jünger als 22 Jahre alt sind. Manche haben gerade erst den Führerschein gemacht. Sie sind wissbegierig, erfolgshungrig, fleißig und versuchen sich immer zu verbessern. Sicherlich ist es auch nicht immer positiv nur mit jungen Spielern in eine Saison zu starten, weil ihnen in manchen Situationen noch die Erfahrung und Spielintelligenz fehlt, was wir leider im ein oder anderen Spiel gespürt haben. Wir haben aber auch erfahrene Spieler im Team, die die jungen Spieler unterstützen und Verantwortung tragen müssen – vielleicht etwas mehr als in anderen Mannschaften. Ich bin aber sehr zuversichtlich mit den Jungs, dass sie die Zukunft des Vereins sind und spätestens in zwei Jahren ganz oben mitspielen werden, denn: Qualität haben die alle, sie müssen es nur kontinuierlich Woche für Woche auf den Platz zeigen.

Im Sommer kann es vielleicht wieder eine einigermaßen normale Saisonvorbereitung geben. Bereitest du dich jetzt schon darauf vor und hast du dir schon Gedanken zur Kaderplanung gemacht? Gibt es bereits feste Neuzugänge oder Abgänge?

Apo: Selbstverständlich bereiten wir uns darauf vor, insbesondere im Lockdown konnten wir uns Gedanken zur Trainingsgestaltung und Kaderplanung machen. In der Rückrunde haben wir mit Yusuf Öztürk und Thorsten Kuchar zwei Neuzugänge verpflichtet, die unter anderem unter meiner Leitung bei TuS Ennepetal gespielt haben. Ich bin davon überzeugt, dass sie unserer Mannschaft sofort weiterhelfen können. Abgänge haben wir keine zu vermelden und das zeigt auch, wie sehr sich die Spieler mit dem Verein identifizieren.

Irgendwann wird es sicher wieder losgehen. Worauf freust du dich am meisten und wie willst du die Jungs wieder in Form bringen?

Apo: Ich freue mich am meisten darauf, die Jungs wieder persönlich zu sehen. In Form bringen wir die Mannschaft, indem wir da anfangen wo wir aufgehört haben: mit Tabata Workouts und koordinativen Fähigkeiten. Aber auch das fußballerische Zusammenspiel darf nicht zu kurz kommen.

Mal angenommen deine Mannschaft spielt nächste Saison wieder in der Kreisliga A. Was sind deine sportlichen Ziele mit dem Team – kurz und langfristig?

Apo: Ein Ziel haben wir schon erreicht: Zusammenhalt. Es gibt keine Gruppenbildungen mehr – wir sind ein Team! Und wir möchten natürlich Spaß am Fußball in den Vordergrund stellen. Ich bin grundsätzlich ein ambitionierter Mensch, ich möchte immer das Beste herausholen und erreichen, das verlange ich auch von meinen Spielern. Die Jungs sind sehr jung und müssen noch eine Menge lernen, aber rein von ihrer Qualität hätten sie Ansprüche auf einen einstelligen Tabellenplatz und den möchte ich in den kommenden Jahren mit dem Team kontinuierlich erreichen.

Der Verein hat im letzten Jahr inmitten der Pandemie die Initiative „Vereinsoffensive 2026“ gestartet und auch euch Trainer mit ins Boot geholt. Welches Potential siehst du im Verein und was erhoffst du dir persönlich davon?
Apo: Das ist mit Abstand das Beste, was diesem Verein passieren konnte: junge, ehrgeizige Mitglieder die ja zum Teil selber noch aktiv in meiner Mannschaft Fußball spielen, nehmen sich zusätzlich noch die Zeit, diese Vereinsoffensive ins Leben zu rufen. Dass sie jetzt zusammen für den Verein so viel leisten und nicht nur davon reden, sondern auch tatsächlich umsetzen, ist viel höher anzusehen als eine sportliche Meisterschaft. Die ersten Ergebnisse einiger Projekte sind schon jetzt zu sehen, zuletzt z.B. die Kabinen wovon ich mich mit meinen eigenen Augen überzeugen konnte und was auch meiner Mannschaft und damit mir als Trainer zu Gute kommt. Ich erhoffe mir davon, dass sich die Spieler stärker mit dem Verein identifizieren und dem Verein treu bleiben, damit wir zusammen die sportliche Zukunft des Vereins erfolgreich gestalten können. Diese Mitglieder leisten eine unglaublich tolle und wertvolle Arbeit. Mit ihnen zusammen erwartet den FC Silschede eine sehr positive und vielversprechende Zukunft und ich hoffe, dass ich diese Entwicklung noch lange als FCS- Trainer mitbegleiten kann.

Letzte Frage: Du hast 3 Wünsche frei – was wünscht du dir?
Apo: Da reicht einer – Die Pandemie überstehen ist das einzige was ich mir wünsche.

Vielen Dank für das Gespräch Apo und hoffentlich sehen wir uns schon bald wieder in alter, neuer Frische auf dem Platz. Bis dahin, bleibt alle gesund!

 

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